Berlin-Spandau

Notunterkunft für 576 Personen

Wo in der Vergangenheit britische Soldaten untergebracht waren und die Polizei aus umliegenden Bundesländern bei Großeinsätzen beherbergt wurde, leben seit 2015 bis zu rund 1600 geflohene Menschen aus den bekannten weltweiten Krisengebieten. Die unterschiedlichen Gebäude befinden sich alle auf dem 18 ha großen Gelände, das für die Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich genutzt und aktuell neu gestaltet wird.

Bei der Entwicklung des Standortes setzten wir von Anfang an auf transparente Kommunikation mit der Nachbarschaft und mit den politischen Akteur*innen. Trotz der anfänglich abenteuerlichen Situation konnten wir in Zusammenarbeit zahllosen Vereinen, Initiativen, Kirchengemeinden, unzähligen Ehrenamtlichen, der Polizei und nicht zuletzt den Behörden eine ruhige Unterkunft etablieren.

Um das Angebot sowohl im Bereich des Spracherwerbs als auch in allen anderen relevanten Bereichen so vielfältig wie möglich zu gestalten, arbeiten wir Hand in Hand mit erfahrenen Partnern:

Im Bereich der Arbeitsmarktintegration ist die ReCon IC GmbH mit einem umfassenden Angebot in der Praktikumsvermittlung tätig. Außerdem nutzen unsere Bewohnerinnen und Bewohner die mobile wöchentliche Jobberatung des Job Points, der detailliert zum Thema Arbeit berät.

Für Kinder, die keinen Kindergartenplatz haben, existiert in der Einrichtung seit August 2015 ein zusätzliches schulvorbereitendes Angebot. Das Projekt Sprungbrett wird vom Senat gefördert. Mittlerweile gibt es 3 Gruppen, in denen die Kinder ohne jegliche Vorkenntnisse spielerisch Deutsch lernen. Im Rahmen fester Strukturen werden sie mit einem abwechslungsreichen Angebot neben der sprachlichen Förderung auch in ihrem sozialen Verhalten auf die Schule vorbereitet. Mit Rollenspielen, Sachunterricht, musikalischem Unterricht und weiteren Angeboten werden die Kinder mit unserer Kultur vertraut gemacht. Kinder aller Nationalitäten können sich in diesem sicheren Rahmen anfreunden. Dabei begeistert vor allem die Tatsache, dass alle Kinder in der Zwischenzeit miteinander Deutsch sprechen.

Zur langfristigen Einbindung in die Nachbarschaft wird das Netzwerk zu den bestehenden Strukturen in Spandau von der Ehrenamtskoordination laufend gepflegt. Daneben wird auch der Kontakt zu den Nachbarschaftshäusern intensiviert. Im Jugendzentrum Steig und dem Medienkompetenzzentrum Computer in Aktion Spandau gibt es ein umfangreiches Angebot. Zur Festigung des sozialen Miteinanders und der Einbindung in den Bezirk wird die Zusammenarbeit und der Kontakt zum Gemeinwesenverein Heerstraße Nord e.V. ausgebaut. Als Orte der Begegnung bieten diese Möglichkeiten des Austausches zwischen Einheimischen und Neuangekommenen. Zur Stabilisierung und Verbesserung wird das Quartiersmanagement in Spandau um eine neue Einrichtung erweitert. Der zukünftige Fokus wird auf dem Wohl aller alteingesessenen und neuangekommenen Spandauerinnen und Spandauer liegen.

Zur Zusammenkunft wird das wöchentlich montags von 15.30 bis 18.00 Uhr angebotene Café International der nahe gelegenen Evangelischen Melanchthongemeinde gerne besucht. Außerdem werden für Kinder ehrenamtlich abwechslungsreiche Ausflüge von Gemeindemitgliedern geboten. Daneben sind unsere jungen Bewohnerinnen und Bewohner in Jonas Haus mit seinem vielfältigen Freizeitangebot herzlich willkommen. Auch für Schwimmbegeisterte gibt es von der DLRG Spandau tolle Angebote. Neben den normalen Schwimmkursen bildet die DLRG auch zum/zur Rettungsschwimmer*in aus. Der Zugang zum Berliner Kulturleben wird immer wieder durch spezielle Angebote möglich gemacht. Vor allem himate! versorgt die Bewohnerinnen und Bewohner regelmäßig mit Freikarten für unterschiedliche Einrichtungen in der Stadt. Als mediale Informationsanlaufstelle ist für die nahe Zukunft ein Info Point in Planung. Dort soll in Kooperation mit dem Bundesfreiwilligendienst beraten werden. Ein eigens entwickeltes Informationssystem des Designbüros place/making soll zum Einsatz kommen.

Den Bewohnerinnen und Bewohnern partnerschaftlich bei der Orientierung in Berlin und unserem Wertesystem zur Seite zu stehen, ist eine besondere Aufgabe. Vielen Dank an alle Akteur*innen, die tagtäglich mithelfen, unsere Bewohnerinnen und Bewohner in die Eigenständigkeit zu begleiten! Wenn auch Sie sich ehrenamtlich engagieren wollen, wenden Sie sich bitte an unsere Netzwerk- und Ehrenamtskoordination.