Berlin-Reinickendorf (H2)

Notunterkunft für 200 Personen

Nachdem im Januar 2015 das Haus 6 auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik bezogen wurde, öffnete zwei Monate später – im März 2015 – das Haus 2. Auch das neue Gebäude zählt als Notunterkunft und bietet 200 Menschen Obdach, die vor Krieg und Verfolgung flohen. Ein engagierter Sozialdienst kümmert sich um die Versorgung der Neuankömmlinge mit allem Nötigen und bearbeitet ihre Belange. Er berät die Bewohner*innen hinsichtlich der Themen Asyl, Gesundheit, rechtlicher Fragen, deutschem Spracherwerb, Bildung und Erziehung, der Arbeitsmarktintegration und der Wohnungssuche. Nachbarschaft und Ehrenamtliche bemühen sich mit ihren zahlreichen Hilfestellungen und Angeboten, um eine soziale Inklusion der Bewohner*innen des Standortes in den Kiez. Dabei können Sie auf die Vermittlung und Beratung der Ehrenamtskoordination vor Ort zählen.

Zwischen allen PRISOD-Unterkünften auf dem weitläufigen Gelände herrscht ein reger Austausch sowohl zwischen den Teams und Kolleg*innen als auch zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern. Unsere Angebote stehen allen Geflüchteten offen und laden dazu ein, sich auszutauschen. So besitzt das Haus 2 einen Kinderklub, der täglich von 10.00 – 17.00 Uhr Kinder betreut, die keinen Kita-Platz haben oder nachmittags aus der Schule kommen. Der Bastelraum gegenüber bietet allen Kleinsten viele Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben. Für die Erwachsenen stehen Beratungsräume zur Verfügung: Dort bietet die Albatros gGmbH psychologische Beratung auf Arabisch und Persisch an, die von den Flüchtlingen in Anspruch genommen wird.

Weitere feste Termine vor Ort sind der dreimal wöchentlich stattfindende InfoPoint. Dieses Angebot basiert auf einem gemeinsamen Projekt mit der Unterstützungsinitiative Willkommen in Reinickendorf. Eine Lesestunde für die Kleinen fördert die Sprachentwicklung, der monatlich stattfindende Frauentag das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den weiblichen Flüchtlingen. In einem  Umweltprojekt packen unsere Bewohner*innen - darunter besonders viele Kinder - und Ehrenamtliche mit an, um auf dem Gelände Müll zu sammeln und es durch Gartenarbeit zu verschönern. Durch das wöchentlich stattfindende Bilderbuchkino gelingt es Ehrenamtlichen und Mitarbeiter*innen der Bürgerstiftung Berlin, mit Hilfe von Beamer und Laptop Geschichten zu erzählen und Kinder spielerisch an die deutsche Sprache heranzuführen.

Außerhalb der Einrichtung gibt es weitere Möglichkeiten für Geflüchtete, an den vorhandenen Strukturen der Willkommenskultur teilzuhaben: Mit den Polizisten des Projekt N.i.A.s. spielen wir erfolgreich Fußball. Ziel des Vereins ist es, geflüchtete Kinder und Jugendliche in Sportvereine zu vermitteln, sodass niemand im Abseits stehen muss. Viele Ausflüge werden durch das Ehrenamt unterstützt und zu einigen Museen und Ausstellern gibt es enge Kontakte. Die Begegnungsfeste, die die Bewohner*innen der Flüchtlingsunterkünfte, Nachbarn, Unterstützer*innen und unsere Mitarbeiter*innen gemeinsam organisieren, symbolisieren ein buntes Reinickendorf, in dem alle zusammenstehen. Wenn auch Sie sich ehrenamtlich engagieren wollen, wenden Sie sich bitte an unsere Netzwerk- und Ehrenamtskoordination.