Berlin-Reinickendorf (H24)

Gemeinschaftsunterkunft für 300 Personen

Auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, im Berliner Volksmund auch Bonnies Ranch genannt, betreibt die PRISOD derzeit eine Gemeinschaftsunterkunft in zwei Gebäuden und eine Notunterkunft in einem Gebäude. In vielen der Bauten auf dem weitläufigen Gelände befinden sich verschiedene Organisationen, Vereine und Unternehmen, aber auch ein Krankenhaus für den Maßregelvollzug sowie eine Pferdekoppel, auf der einige Therapiepferde leben.

In unseren drei Unterkünften auf dem Gelände finden insgesamt rund 700 geflüchtete und asylsuchende Personen eine Bleibe. Aus den Zeiten der Nervenklinik ist die Nummerierung der Gebäude geblieben. In Haus 2 betreiben wir eine Notunterkunft für 200 Personen. Die Häuser 24 und 25 liegen direkt nebeneinander und unterstehen einer gemeinsamen Einrichtungsleitung, entsprechend stehen die Angebote und Räumlichkeiten beider Häuser an alle Bewohner*innen gleichermaßen zur Verfügung.

Das Haus 24 wurde im Juni 2013 für 300 geflüchtete Menschen hergerichtet und ursprünglich als Notunterkunft eröffnet. Durch unsere umfangreichen Bauarbeiten, u.a. die Installation sanitärer Anlagen und den Ausbau von Gemeinschaftsküchen, konnte das Gebäude jedoch auf den Standard einer Gemeinschaftsunterkunft angehoben werden, so dass die hier wohnenden Familien einen selbstbestimmten Familienalltag leben können.

Die etwas abgelegene Lage der Unterkünfte auf dem Campusgelände stellt die Bewohner*innen und das engagierte Team vor Ort vor einige kleinere Herausforderungen, bietet aber auch Vorteile: Inmitten der wunderschönen Grünanlage mit majestätischen Eichen und alten Gemäuern gibt es reichlich Platz zum Picknicken oder zum Spielen für die Kinder. Es fehlen allerdings auch nahegelegene Supermärkte, Cafés oder Jugendfreizeiteinrichtungen. Diese Umstände werden jedoch durch ehrenamtliche Unterstützerkreise und unsere enge Zusammenarbeit mit dem Bezirk sowie Vereinen und Initiativen mehr als wettgemacht.

Unterstützung für unsere Bewohner*innen sowie Angebote zur Integration bieten viele engagierte Menschen und Vereine aus der Nachbarschaft im Haus 24: Der Verein Gangway e.V. hat im Jahr 2017 gemeinsam mit einigen jugendlichen Bewohner*innen ein Jugendzimmer hergerichtet und es gemeinsam mit den Jugendlichen nach deren Vorstellungen gestaltet. Nun haben sie einen eigenen Rückzugsraum, in dem sie in Ruhe ihre Hausaufgaben machen, gemeinsam relaxen oder Kicker oder Playstation spielen können. Erwachsenen über 18 Jahren ist der Zutritt verboten.

Kein Abseits! e.V. gehört ebenfalls zu unseren fest etablierten Partner*innen. Manche unserer Kinder profitieren durch langfristiges 1:1 Mentoring besonders von der wertvollen Unterstützung. Im besten Fall gelingt es dem Verein sogar, eine Gruppenreise ins Sommercamp zu ermöglichen. Außerdem kommt das Kein Abseits!-Team regelmäßig einmal pro Woche zum Spielen oder Basteln vorbei.

Der Verein Baufachfrau e.V. hat 2016 gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragen des Bezirksamts Reinickendorf das Projekt Women's Area ins Leben gerufen. Geflüchtete und Reinickendorfer Mädchen und Frauen haben zwei Zimmer nach ihren eigenen Vorstellungen in einen gemütlichen Aufenthaltsraum und Rückzugsort umgestaltet. Die große Eröffnungsfeier fand im Dezember 2016 statt. Seitdem wird die Women’s Area für verschiedenste Aktivitäten genutzt. Der Verein Flotte Lotte bietet zwei Mal pro Woche einen Deutschkurs für Frauen an, die aufgrund kleiner Kinder und mangels Kitaplatz keinen externen Kurs besuchen können. Von der Musikschule Reinickendorf kommt eine engagierte Tanzlehrerin, die hinter den geschlossenen Vorhängen der Women’s Area gemeinsam mit den Frauen tanzt und Gymnastik oder Yoga macht. Das Diakonische Werk bietet eine Müttergruppe an, in der, unterstützt von Sprachmittlerinnen, Themen der Kindesentwicklung und Erziehung besprochen und den Müttern Entspannungstechniken vermittelt werden. Der gemeinnützige Albatros e.V. holt einmal die Woche eine Gruppe Mädchen ab, damit diese sich im interkulturellen Mädchentreff des nahegelegenen Auguste-Viktoria-Kiez austauschen, gemeinsam spielen und voneinander lernen können.

Es gibt aber auch Projekte, die sich ausschließlich an Männer richten: Das von der LebensWelt gGmbH angebotene Vätertreffen richtet sich an geflüchtete Männer und Väter. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ werden Deutschkenntnisse vertieft, zu Alltags- und Erziehungsfragen beraten, gemeinsam gekocht und gegessen oder Ausflüge organisiert. Ziel ist es, Männer und Väter zu entlasten, ihr Selbstbild und ihr Rollenverständnis zu besprechen und sie in ihrer Situation zu stärken.

Jeden Freitag erhalten wir großzügige Essensspenden, die von Laib und Seele über die Berliner Tafel e.V. gebracht werden. Durch die Unterstützung des Netzwerks „Willkommen in Reinickendorf“ gelingt es uns, Asylsuchende mit kostenlosen Extras zum Speiseplan zu erfreuen.

Wenn auch Sie sich ehrenamtlich engagieren wollen, wenden Sie sich bitte an unsere Netzwerk- und Ehrenamtskoordination.