Berlin-Prenzlauer Berg

Gemeinschaftsunterkunft für 200 Personen

Der Prenzlauer Berg ist durch seinen attraktiven Altbaubestand nicht nur ein sehr beliebtes Wohngebiet, sondern auch für eine bunte Kiezstruktur und internationale Bewohnerschaft bekannt. Dadurch existieren gute Bedingungen für die Integration geflüchteter Menschen, wie bspw. für die 200 Bewohner*innen der Gemeinschaftsunterkunft im Prenzlauer Berg. Das ehemalige Schulgebäude aus DDR-Zeiten bietet provisorischen Wohnraum für Familien und Einzelpersonen aus 18 verschiedenen Ländern, wobei der Großteil der Bewohner*innen derzeit aus den Kriegsgebieten Syriens, Iraks und Afghanistans stammt. Seit der Eröffnung im Oktober 2012 können sich die Bewohner*innen dieser Unterkunft auf die zahlreiche Unterstützung durch Flüchtlingsinitiativen, Unterstützerkreise und andere Helfer*innen aus der Nachbarschaft verlassen, die ihnen das Ankommen und die Integration in Deutschland erleichtern.

Um die professionelle Unterstützung der Geflüchteten kümmern sich die Einrichtungsleiterin und ihr Team aus Verwaltung und Sozialdienst. Hier werden neben der Bereitstellung und Pflege des Wohnraums vor allem Beratung und Hilfen rund um den Asylprozess, rechtlichen Fragestellungen, die Gesundheitsvorsorge, den deutschen Spracherwerb, Bildung und Erziehung, die Arbeitsmarktintegration und die Wohnungssuche angeboten. Ebenso werden Angebote der sozialen Inklusion der Nachbarschaft im Sozialraum, des Ehrenamtes und anderer vermittelt bzw. unterstützt. Des Weiteren gibt es tagsüber eine Kinderbetreuung, die für Vorschulkinder, die noch auf einen Kitaplatz warten, und nachmittags auch für Schulkinder geöffnet hat.

Die Unterkunft für geflüchtete Menschen im Prenzlauer Berg erfährt große Unterstützung. Neben dem Unterstützer_innenkreis Strassburger Straße von Pankow Hilft!, mit dem am engsten kooperiert wird, gibt es auch viel Hilfe für zahlreiche Projekte von Einrichtungen und Unternehmen aus der Nachbarschaft. Dazu gehören die c/o Berlin Foundation, das Pfefferwerk, das Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz, der Goclub, der Jugendclub Königsstadt, der Sportclub Kolle 8, der Abenteuerspielplatz Kolle 37 und viele andere.

Der Unterstützer_innenkreis Strassburger Straße, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bewohner*innen der Unterkunft bei der Integration zu unterstützen, hat tragfähige Strukturen geschaffen. So wurde direkt nach der Etablierung des Unterstützer*innenkreises eine gut organisierte Kleiderkammer aufgebaut, die sich in den Kellerräumen befindet. Es wird Deutschunterricht für alle Bewohner*innen und speziell für Frauen sowie Hausaufgabenhilfe für die Kinder durch ehrenamtlich tätige Personen angeboten. Außerdem werden Sportangebote für Jugendliche mit dem Sportjugendclub Kolle 8 und Berlinconnect organisiert, Fahrräder repariert, Keramik- und Töpferkurse angeboten, bei der Wohnungssuche geholfen, Umzüge koordiniert, Rechtsberatungen gesucht, Patenschaften vermittelt, die Arbeitsmarktintegration unterstützt und vieles mehr geleistet. Auch die Einrichtung und Gestaltung des Gemeinschaftsraumes in der Unterkunft wurde vom Unterstützer_innenkreis Straßburger Straße initiiert und zusammen mit den Bewohner*innen realisiert. Regelmäßige Begegnungsfeste und Veranstaltungen werden durch den Kreis tatkräftig unterstützt. Im Gemeinschaftsraum finden Veranstaltungen statt, wie z. B. der Sprachkurs für Frauen, montags ein Frauenkreis und mittwochs Arabisch-Unterricht für interessierte Ehrenamtliche. Des Weiteren gibt es dort am Montagabend einen Intensiv-Deutschkurs für Männer. Donnerstags findet ein Matheunterricht für Kinder statt, die diese Förderung benötigen. Diesen Matheunterricht geben ältere Bewohner*innen auf Arabisch.

Durch eine Spendenaktion der Grundschule am Kollwitzplatz, die mittels vieler Schülerprojekte Geld sammelte, das vom Kinderhilfswerk noch erhöht wurde, wurde gemeinsam Stoff gekauft und mit den Bewohner*innen zu Fenstervorhängen vernäht. Das Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz stellte für die Näharbeiten Räumlichkeiten zur Verfügung, so lernte man sich bei der gemeinsamen Arbeit besser kennen. Unter Anleitung der Künstlerin Valentina Sartori entstanden zwölf großformatige Portraits, die zunächst öffentlich und dann in den Räumen der Unterkunft ausgestellt wurden. Ein anderes Projekt beschäftigt sich mit Wimpeln, auf denen Geflüchtete abgebildet sind, die auf ihre Situation aufmerksam machen möchten.

Einen guten Kontakt gibt es zu Cinemaxx, die öfter Kartenkontingente für ihre Kinos spenden. Ebenso zu Hello Fresh, die pro Woche drei Boxen mit frischem Obst an die Einrichtung spenden, sodass an jedem Donnerstag im Kinderclub ein zusätzliches Frühstück mit viel Obst stattfindet. Die Ausgabe der gesunden Kost wird mit Sprachspielen verbunden. Der Klax-Kindergarten aus der Nachbarschaft bietet viele Aktivitäten für geflüchtete Kinder an und spendet zur Weihnachtszeit einen großen Wagen mit Geschenken. Überhaupt erfährt die Einrichtung Hilfe von vielen Seiten. Kitas, Schulen, Nachbarschaftshäuser, Kirchengemeinden, Jugendclubs, Gewerbetreibende aus der Königstadt und Anwohner*innen der Umgebung unterstützen die Unterkunft im Kiez, wo immer sie können.

Im Namen der ehemaligen und aktuellen Bewohner/innen und des Teams vor Ort bedanken wir uns für die Unterstützung und Hilfe der letzten Jahre! Wenn auch Sie sich ehrenamtlich engagieren wollen, wenden Sie sich bitte an unsere Netzwerk- und Ehrenamtskoordination.