Projekt Wohnungslotse in Charlottenburg

Die Wohnungssuche ist für Geflüchtete - haben sie eine Anerkennung als Asylsuchende erhalten - eines der wichtigsten Themen. Hinzu kommt, dass bezahlbarer Wohnraum in Berlin immer knapper wird. Dadurch wird dieses Thema gleichzeitig zu einem sehr schwierigen. Der Sozialdienst vor Ort kann den Bewohner*innen über die Wohnungssuche informieren und behilflich sein bei der Beantragung von Wohnberechtigungsscheinen, der Schufa-Auskunft und dem Vermitteln von Anlaufstellen für die Wohnungssuche.


Allerdings kann der Sozialdienst kann den Bewohner*innen nicht die Aufgabe abnehmen, sich selbst eine Wohnung zu suchen. Oft ist dazu aber Hilfe zur Selbsthilfe nötig. An dieser Stelle kommt der Wohnungslotse ins Spiel: Zweimal in der Woche kommt er in die Eschenallee, um zu helfen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, Wohnungen für die Bewohner*innen zu suchen, sondern ihnen zu vermitteln, wie  die Wohnungssuche funktioniert. Er erklärt, wie man einen E-Mail-Account anlegt, falls er nicht vorhanden ist, wie man die Suche auf Immobilienplattformen und bei Wohnungsgesellschaften verfeinert und automatisiert, wie man Gesuche verfasst und effektiv sucht. Außerdem leitet er die Bewohner*innen an, wie man alle nötigen Dokumente sammelt und eine Mappe für die etwaigen Vermieter*innen zusammenstellt. Für die Zukunft ist geplant, auch ehrenamtlich tätige Personen miteinzubeziehen, die für die Wohnungssuche geschult werden und bei Wohnungsbesichtigungen mitgehen.


Die Frage, wie man die schwierige Lage rund um die Wohnungssuche für Geflüchtete verbessern könne, wurde bereits am Zukunftstisch „Wohnen“ des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf im März 2017 von Akteur*innen, die mit Geflüchteten zu tun haben, darunter PRISOD-Mitarbeiter*innen, diskutiert. Die Einrichtung des Angebots der Hilfe durch den Wohnungslotsen in der Unterkunft ab Juli desselben Jahres war die Antwort der Beteiligten auf diese Frage. Bis jetzt – so die bisherigen Erfahrungen – kann man von einer sehr gelungenen Umsetzung dieses Pilotprojektes sprechen: Das Angebot wird gut angenommen und der Lerneffekt für die eigenständige Wohnungssuche ist vorhanden.


Im Namen der Bewohner*innen und des gesamten Sozialdienstes bedanken wir uns deshalb bei der Evangelischen Jugendhilfe für die Bereitstellung des Wohnungslotsens und allen Beteiligten für ihren Beitrag zur gelungenen Integration der Neu-Berliner*innen.


Außerdem danken wir allen, die Computer und verschiedene Komponenten gespendet haben. Nur dadurch konnte die Ehrenamtskoordination mit dem Aufbau des PC-Pools in der NU Eschenallee, den der Wohnungslotse und Bewohner*innen der Esche bereits nutzen, fertigstellen. So stehen jetzt sechs vernetzte und mit dem Internet verbundene PC-Arbeitsplätze sowie eine Drucker-, Scanner- und Kopierstation bereit, die von allen PCs bedient werden kann. Der PC-Pool ist damit die Basis für alle weiteren Projekte vor Ort, die Internet und Computertechnik benötigen.